Bezirksverband Bund Vorgebirge

Ein Streifzug durch die Geschichte

1927 – Gründung des Bezirksverbandes

Gegrün­det wur­de der Bezirks­ver­band am 6. März 1927. Damals ver­sam­mel­ten sich auf Ein­la­dung des Bru­der­meis­ters der St. Sebas­tia­nus-Schüt­zen­bru­der­schaft Rois­dorf, Jean Romes, die Ver­tre­ter der Schüt­zen­bru­der­schaf­ten St. Huber­tus Alf­ter, St. Mat­thä­us Alf­ter, St. Sebas­tia­nus Rois­dorf, St. Huber­tus Born­heim u. Botz­dorf, St. Huber­tus Ders­dorf, St. Sebas­tia­nus Brenig, St. Sebas­tia­nus Kar­dorf, St. Huber­tus Hem­me­rich, St. Sebas­tia­nus Mer­ten, St. Sebas­tia­nus Wal­ber­berg und St. Huber­tus Duis­dorf in der Gast­stät­te Flei­scher in Ders­dorf. Nach gründ­li­cher Aus­spra­che wur­de ein­stim­mig die Grün­dung des Schüt­zen­bun­des Vor­ge­bir­ge beschlos­sen, des­sen Zweck es war, die Schüt­zen des Vor­ge­bir­ges zusam­men­zu­schlie­ßen und gemein­sam die Tra­di­ti­on, den Schieß­sport und die Kame­rad­schaft zu pfle­gen.

Zum 1. Bun­des­meis­ter wur­de der Initia­tor der Grün­dungs­ver­samm­lung, Jean Romes, aus Rois­dorf, gewählt. Sein Stell­ver­tre­ter wur­de Schüt­zen­bru­der Theo Engels aus Alf­ter. Als Schrift­füh­rer und damit ver­ant­wort­lich für das Pro­to­koll zeich­ne­te der Schüt­zen­bru­der Unkel­bach aus Rois­dorf, ihm zur Sei­te als Ver­tre­ter Schüt­zen­bru­der Josef Scheer aus Wal­dorf. Als Kas­sie­rer bestell­te man den Schüt­zen­bru­der Mat­thi­as Rex aus Kar­dorf. Die­ser Vor­stand wur­de auf drei Jah­re gewählt. Der Vor­stand hat­te die Auf­ga­be, den Schüt­zen­bund Vor­ge­bir­ge nach außen zu ver­tre­ten. Als Jah­res­bei­trag zahl­te jede Bru­der­schaft RM 5,00 in die Bun­des­kas­se. Die dem Bund ange­hö­ren­den Bru­der­schaf­ten betrach­te­ten es als ihre Pflicht­auf­ga­be, die Schüt­zen­fes­te aller Mit­glieds­ver­ei­ne und ins­be­son­de­re das Bun­des­fest (Bezirks­fest) zu besu­chen. All­jähr­lich ent­schied das Los, wo das Bun­des­fest statt­fin­det.

1927 – 1.Bundesfest in Kardorf

Zwei Mona­te nach der Grün­dungs­ver­samm­lung fand am 29.Mai 1927 unter Betei­li­gung aller Bru­der­schaf­ten  das ers­te Bun­des­fest in Kar­dorf statt. Der Bun­des­meis­ter ermahn­te bei die­ser Gele­gen­heit die Schüt­zen zum kor­rek­ten Auf­tre­ten und freund­schaft­li­chen Umgang. Wei­ter wur­de auf den Bun­des­ver­samm­lun­gen stets dar­auf hin­ge­wie­sen, Strei­tig­kei­ten nicht am Schieß­stand aus­zu­tra­gen. Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten soll­ten ohne per­sön­li­che Schär­fe in gegen­sei­ti­ger Ach­tung auf den Bun­des­ver­samm­lun­gen bespro­chen wer­den.

Der Kreis der Bru­der­schaf­ten im Schüt­zen­bund Vor­ge­bir­ge erwei­ter­te sich all­mäh­lich und zur Bun­des­ver­samm­lung am 27. Mai 1933 begrüß­te man den Grün­der der Erz­bru­der­schaft, Gene­ral­prä­ses Dr. Peter Lou­is. Dr. Lou­is refe­rier­te über die drei Idea­le der Erz­bru­der­schaft – Glau­be- Sit­te- Hei­mat – und er mach­te kei­nen Hehl dar­aus, dass sich die Schüt­zen­ver­ei­ne die­se Grund­sät­ze zur Richt­schnur neh­men müss­ten, wenn sie wirk­lich ernst genom­men wer­den und die Ehre der Schüt­zen hoch­hal­ten woll­ten. Lei­der sei­en man­che Ver­ei­ne zu rei­nen Ver­gnü­gungs­ge­sell­schaf­ten her­ab­ge­sun­ken und hat­ten daher auch Ach­tung bei der Bevöl­ke­rung ein­ge­büßt.

1934 – Badorf-Eckdorf & Hersel treten dem Bezirksverband bei.

Anläss­lich der Bun­des­ver­samm­lung am 12. Mai 1934 tra­ten die St. Pan­ta­le­on-Schüt­zen­bru­der­schaft Badorf-Eck­dorf und die St. Huber­tus-Schüt­zen­ge­sell­schaft Her­sel dem Bund bei. Im Rah­men die­ser Ver­samm­lung wur­den auch die Pflich­ten der Bru­der­schaf­ten näher bestimmt. Zu die­sen Pflich­ten gehör­ten in reli­giö­ser Hin­sicht die Betei­li­gung an der Fron­leich­nams­pro­zes­si­on mit Fah­ne und in Uni­form, die Ein­tra­gung aller Mit­glieds­bru­der­schaf­ten und Gesell­schaf­ten beim zustän­di­gen katho­li­schen Pfarr­amt als katho­li­sche Bru­der­schaf­ten und die gemein­sa­me Kom­mu­ni­on an vier Tagen des Jah­res. Unter dem zuneh­men­den Ein­fluss des 3. Deut­schen Rei­ches hat­te zudem jede Bru­der­schaft einen Schieß­meis­ter zu benen­nen und das Klein­ka­li­ber­schie­ßen, an dem sich jedes Mit­glied unter 35 Jah­ren zu betei­li­gen hat­te, wur­de ein­ge­führt.

1936 – Austritt aus der Erzbruderschaft

In der Fol­ge­zeit wur­de die Exis­tenz­grund­la­ge der Schüt­zen­bru­der­schaf­ten auf­grund des sich ver­stär­ken­den Dru­ckes der Funk­tio­nä­re und der Par­tei­bü­ro­kra­tie des Drit­ten Rei­ches immer dra­ma­ti­scher. Zusätz­li­che Beun­ru­hi­gun­gen wur­den durch Zei­tungs­be­rich­te über die Neu­or­ga­ni­sa­ti­on des Schüt­zen­we­sens und die Auf­lö­sung der Erz­bru­der­schaft in die Schüt­zen­bru­der­schaf­ten hin­ein getra­gen. Die bis­he­ri­gen Nach­rich­ten und Gerüch­te wur­den zur Gewiss­heit, als Mit­te Febru­ar 1936 offi­zi­ell mit­ge­teilt wur­de, dass die Erz­bru­der­schaft in ihrer bis­he­ri­gen Form nicht mehr wei­ter­be­stehen kön­ne.

Da die im Schüt­zen­bund Vor­ge­bir­ge zusam­men­ge­schlos­se­nen Bru­der­schaf­ten auf­grund ihrer Zuge­hö­rig­keit zur Erz­bru­der­schaft von nun an kei­ne Geneh­mi­gung zum Schie­ßen und zur Durch­füh­rung ihrer Schüt­zen­fes­te erhiel­ten, sahen sie sich gezwun­gen, ihren Aus­tritt aus der Erz­bru­der­schaft zu erklä­ren. Damit hat­te auch ein wich­ti­ger Abschnitt in der Bun­des­ge­schich­te sei­nen Abschluss gefun­den und zurück blieb die Erin­ne­rung an glanz­vol­le, schö­ne und erleb­nis­rei­che gemein­sa­me Fest­ver­an­stal­tun­gen.

Von Behör­den­sei­te wur­de in der Fol­ge­zeit ange­ord­net, dass sowohl der Schieß­sport, als auch die Durch­füh­rung der Schüt­zen­fes­te nur noch den­je­ni­gen Schüt­zen­or­ga­ni­sa­tio­nen gestat­tet wird, die in den Reichs­bund für Lei­bes­übun­gen ein­tre­ten. Ver­langt wur­de eben­falls die Tren­nung von sport­li­chen und reli­gi­ös kirch­li­chen Auf­ga­ben. Die Lage wur­de von Tag zu Tag schwie­ri­ger und man traf sich mehr heim­lich als öffent­lich.

1937 – Ende des Bezirksverbandes

Am 27. Febru­ar 1937 berief Bun­des­meis­ter Jean Romes auf Wunsch der Schüt­zen­bru­der­schaft aus Badorf alle Bru­der­schaf­ten des Schüt­zen­bun­des Vor­ge­bir­ge nach Rois­dorf, um über die Lage der Bru­der­schaf­ten in die­ser außer­or­dent­lich schwie­ri­gen Zeit Klar­heit zu bekom­men. Jean Romes berich­te­te im Ver­lauf der Ver­samm­lung über die Gesprä­che mit der Gau­lei­tung in Köln und er erklär­te, dass es nicht mehr mög­lich sei, den Schüt­zen­bund Vor­ge­bir­ge wei­ter bestehen zu las­sen. Er dank­te allen für die geleis­te­te Arbeit im Diens­te des Schüt­zen­we­sens und er schloss zu spä­ter Stun­de mit trä­nen­er­stick­ter Stim­me und ohne den damals übli­chen „Deut­schen Gruß“ die in gedrück­ter Stim­mung durch­ge­führ­te Ver­samm­lung. Dies war auch die letz­te Ver­samm­lung, die Bun­des­meis­ter Romes gelei­tet hat. Am 16. März 1942 ver­starb Jean Romes nach kur­zer und schwe­rer Krank­heit.

1946 – Wiederzulassung der Erzbruderschaft

Im Som­mer des Jah­res 1946 gelang es dem Fürs­ten Franz zu Salm-Reif­fer­scheidt-Dyck und dem Grün­der der Erz­bru­der­schaft des Hl. Sebas­ti­an, Dr. Peter Lou­is, nach wie­der­hol­ten Bemü­hun­gen zunächst die Wie­der­zu­las­sung der Erz­bru­der­schaft durch die Mili­tär­re­gie­rung zu errei­chen. Dar­über herrsch­te in unse­ren Bru­der­schaf­ten gro­ße Freu­de und an der Tagung am 21. Juli 1946 in Wal­ber­berg nah­men zahl­rei­che Ver­tre­ter teil. Zwei Jah­re spä­ter ging die Erz­bru­der­schaft man­gels Zustim­mung des Erz­bi­schofs in den Zen­tral­ver­band der Deut­schen His­to­ri­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten über.

1947 – Wiederbelebung des Bezirksverbandes

Auf Ein­la­dung des Bru­der­meis­ters der Alf­te­rer Bru­der­schaft, Micha­el Hen­nes, fand im Janu­ar 1947 in Rois­dorf eine Ver­samm­lung der Schüt­zen­bru­der­schaf­ten statt, in der beschlos­sen wur­de, die alte Kame­rad­schaft neu zu bele­ben und sich, wie in frü­he­ren Zei­ten, wie­der zusam­men­zu­schlie­ßen. Bru­der­meis­ter Hen­nes wur­de zum Bun­des­meis­ter des wie­der­be­leb­ten Schüt­zen­bun­des Vor­ge­bir­ge gewählt. Er erin­ner­te an die christ­li­chen Pflich­ten, die auch in der Öffent­lich­keit mehr zur Gel­tung kom­men müss­ten.

1947 – Beitritt Heimerzheim.

In einer der nach­fol­gen­den Ver­samm­lun­gen des Bun­des wur­de die St.Sebastianus Schüt­zen­bru­der­schaft Heim­erz­heim, die bis dahin dem Schüt­zen­bund Rhein­bach ange­hör­te, als neu­es Mit­glied auf­ge­nom­men. Das Schüt­zen­we­sen wur­de in unse­ren Ort­schaf­ten immer belieb­ter. Schüt­zen­bru­der Peters aus Born­heim wur­de vom Bun­des­meis­ter Hen­nes beauf­tragt, eine Rege­lung des Jung­schüt­zen­we­sens in die Hand zu neh­men. Erfreu­li­cher­wei­se stie­gen auch die Mit­glie­der­zah­len in den Bru­der­schaf­ten ste­tig. So nah­men lt. Zei­tungs­be­rich­ten im Jah­re 1952 beim Bun­des­fest in Heim­erz­heim über 500 Schüt­zen teil.

1952 – Beitritt Gielsdorf & Hersel.

Anläss­lich der Bun­des­ver­samm­lung am 10. Dezem­ber 1952 konn­te Bun­des­meis­ter Hen­nes erfreut mit­tei­len, dass zu den bis­he­ri­gen 17 Mit­glieds­bru­der­schaf­ten die Schüt­zen­bru­der­schaf­ten aus Her­sel und Giels­dorf neu hin­zu­ge­sto­ßen sind. In Heim­erz­heim hat­te sich eine neue Bru­der­schaft St. Kuni­bert neben der schon seit über 400 Jah­ren bestehen­den St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft neu gebil­det. Eine Reso­lu­ti­on sprach sich gegen die­se Neu­grün­dung aus, weil seit 1928 ein Beschluss der Erz­bru­der­schaft vor­liegt, der besagt, dass in den Dör­fern nir­gend­wo eine 2. Bru­der­schaft gebil­det wer­den darf. Die Ver­tre­ter des Bun­des Vor­ge­bir­ge beschlos­sen des­halb, die­se Neu­grün­dung nicht anzu­er­ken­nen. Wei­ter wur­de beschlos­sen, dass die dem Bund Vor­ge­bir­ge ange­schlos­se­nen Bru­der­schaf­ten die in Heim­erz­heim neu­ge­grün­de­te St. Kuni­bert zu deren Fes­ten nicht besu­chen durf­ten.

Infol­ge eines Unfal­les leg­te kur­ze Zeit spä­ter das letz­te Vor­stands­mit­glied seit der Grün­dung des Bun­des, Josef Scheer, sein Amt nie­der. Er hat die Ent­wick­lung des Schüt­zen­we­sens im Bund Vor­ge­bir­ge in die­sen 27 Jah­ren mit­er­lebt und in sei­nen Berich­ten der Nach­welt über­mit­telt. Mit den Wün­schen, dass der Schüt­zen­bund Vor­ge­bir­ge auch wei­ter­hin blü­hen möge, gab er sein Amt ab. Auf der ein­be­ru­fe­nen Gene­ral­ver­samm­lung wur­de als sein Nach­fol­ger Josef Schmitz aus Wal­dorf und als stell­ver­tre­ten­der Bun­des­meis­ter Heri­bert Rech aus Rois­dorf gewählt.

1954 – Beginn des Sportschießens

Im Jah­re 1954 wur­de erst­mals das Sport­schie­ßen durch­ge­führt und als Bezirks­schieß­meis­ter zur Koor­di­na­ti­on des Sport­schie­ßens unter Beach­tung der Richt­li­ni­en des Bun­des der Deut­schen His­to­ri­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten der Schüt­zen­bru­der Fou­ra­te aus Mer­ten gewählt.

Die Gene­ral­ver­samm­lung am 13. Novem­ber 1960 in Rois­dorf bestimm­te als Nach­fol­ger von Josef Schmitz ein­stim­mig den Schüt­zen­bru­der Fritz Faß­ben­der aus Rois­dorf. Am 8. 1. 1961 wur­de er in sein Amt ein­ge­führt, wel­ches er über lan­ge Jahr­zehn­te mit beson­de­rer Akri­bie aus­üb­te. Als der Schüt­zen­bru­der Fou­ra­te aus Mer­ten sein Amt aus zeit­li­chen Grün­den nie­der­leg­te, wähl­te man zu sei­nem Nach­fol­ger Johan­nes van de Sandt (Busch­ho­ven). Ihm zur Sei­te für das sport­li­che Schie­ßen: Schüt­zen­bru­der Vian­den aus Born­heim, Schmitz aus Duis­dorf, Krüp­pel aus Sech­tem und Simon aus Rois­dorf.

1961 – Stiftung Bezirkskönigskette

Die ab 1961 begon­ne­nen Ver­hand­lun­gen der bei­den Heim­erz­hei­mer Schüt­zen­ver­ei­ne führ­ten im fol­gen­den Jahr zum Zusam­men­schluss von St. Kuni­ber­tus Heim­erz­heim mit St. Sebas­tia­nus Heim­erz­heim 1515 e.V.

Bun­des­meis­ter Micha­el Hen­nes stif­te­te eine Ket­te für den Bezirks­kö­nig. Micha­el Hen­nes, dem nach dem Krie­ge die Wie­der­be­le­bung des Schüt­zen­bun­des Vor­ge­bir­ge zu ver­dan­ken war, ver­starb am 12. August 1967. Er wur­de mit sehr gro­ßer Anteil­nah­me in Alf­ter zu Gra­be getra­gen. Für sei­ne her­aus­ra­gen­den Ver­diens­te wur­den ihm die höchs­ten Aus­zeich­nun­gen ver­lie­hen.

1968 – Diözesankönig Franz Joseph Müller

Bis zur nächs­ten Gene­ral­ver­samm­lung im Febru­ar 1968, in der Hans Dom­gör­gen aus Sech­tem ein­stim­mig zum neu­en Bun­des­meis­ter gewählt wur­de, lei­te­te der stv. Bun­des­meis­ter Heri­bert Rech aus Rois­dorf die Geschi­cke des Bun­des. Zum Kas­sie­rer wähl­te man den Schüt­zen­bru­der Josef Win­ter­scheidt aus Wal­ber­berg. Vom Bun­des­meis­ter Dom­gör­gen wur­de er mit fol­gen­den Wor­ten in sein Amt ein­ge­führt: „Füh­re Dei­ne Kas­se wie eine gute Haus­frau und tra­ge Sor­ge, dass immer Geld zur Ver­fü­gung steht.“ Dar­an hat er sich in sei­ner eben­falls lang­jäh­ri­gen Amts­zeit immer gehal­ten. Im Jah­re 1968 kämpf­ten in Rois­dorf 15 Schüt­zen­kö­ni­ge um die Ehre des Bezirks­kö­nigs. Sie­ger wur­de der amtie­ren­de Sech­temer Schüt­zen­kö­nig Franz Joseph Mül­ler. Als jun­ger, frisch­ge­ba­cke­ner Bezirks­kö­nig nahm er in Brühl am Bun­des­kö­nigs­schie­ßen teil, wo er sich als sehr treff­si­cher erwies und den Titel des Diö­ze­san­kö­nigs errang. Er wur­de mit sei­ner Köni­gin Sig­rid von Bür­ger­meis­ter Schä­fer in Born­heim herz­lich emp­fan­gen.

Anfang der 70er Jahre löste sich die St. Hubertus-Schützenbruderschaft Rösberg auf.

1974 – Das 25. Bezirksschützenfest

Am 11. Und 12. Mai 1974 wur­de das 25. Bezirks­schüt­zen­fest in Heim­erz­heim gefei­ert; unter den Ehren­gäs­ten auch der dama­li­ge Hoch­meis­ter der His­to­ri­schen Deut­schen Schüt­zen­bru­der­schaft, Graf Spee. Die­ser beton­te in sei­ner Anspra­che, dass die Tra­di­ti­on das Fun­da­ment der Schüt­zen­bru­der­schaft ist, die man immer neu bele­ben muss.

1975 – 1.Bundeskönig Hans Schmitz

Auf dem Bun­des­fest 1975 in Aachen hat­ten wir mit unse­rem Bezirks­kö­nig ein hei­ßes Eisen im Feu­er. Hans Schınitz von der St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Kar­dorf errang die Wür­de des Bun­des­kö­nigs und die Freu­de und Ehre war groß. Ein herz­li­cher Emp­fang wur­de ihm als ers­ten und bis­her ein­zi­gen Bun­des­kö­nigs des Bezirks­ver­ban­des Bund Vor­ge­bir­ge bei sei­ner Rück­kehr aus Aachen durch Abord­nun­gen aller Bru­der­schaf­ten des Bezirks­ver­ban­des berei­tet.

Auf der Bun­des­ver­samm­lung in Hem­me­rich am 27. 4. 1975 wur­de der neue Bezirks­prä­ses, Dechant Erwin Dede­richs aus Wal­dorf von Bun­des­meis­ter Hans Dom­gör­gen den Schüt­zen offi­zi­ell vor­ge­stellt. Hans Dom­gör­gen, der über neun Jah­re die Lei­tung des Schüt­zen­bun­des Vor­ge­bir­ge inne­hat­te, ver­starb am 30. Juli 1976 plötz­lich und uner­war­tet im Alter von nur 54 Jah­ren. Eine gro­ße Anzahl von Schüt­zen mit Trau­er­fah­nen beglei­te­ten ihm am 5. August zur letz­ten Ruhe­stät­te. Nun hieß es wie­der­um einen Nach­fol­ger im Amt des Bun­des­meis­ters zu fin­den.

Am 8. Dezember 1976 wählte man in Roisdorf den Heimerzheimer Schützenbruder Josef Hartmann zum neuen Bundesmeister.

1977 – 50 Jahre Bezirksverband Bund Vorgebirge

Im Jah­re 1977 konn­te unser Bezirks­ver­band Bund Vor­ge­bir­ge auf ein 50-jäh­ri­ges Bestehen zurück­bli­cken. Gefei­ert wur­de am 27. August in der neu errich­te­ten Schüt­zen­hal­le in Heim­erz­heim mit zahl­rei­chen Ehren­gäs­ten.
Bei der Ver­samm­lung im Jah­re 1978 reg­te Schüt­zen­bru­der Peter Rey aus Kar­dorf, der als Ver­tre­ter zum Bun­des­kö­nigs­schie­ßen gefah­ren war, an, eine Bezirks­stan­dar­te anzu­schaf­fen. Er leg­te den Grund­stein mit einer Spen­de von DM 500,00.

1979 – 30. Bundesfest

Die St. Wen­de­li­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Sech­tem war am 19. und 20. Mai 1979 Aus­rich­ter des 30. Bun­des-Schüt­zen­fes­tes, Wel­ches zum 1. Mal 2 Tage dau­er­te. Neu war auch das Pokal­schie­ßen der Köni­gin­nen.
Am 25. Sep­tem­ber 1979 konn­te die Stan­dar­te in der Schüt­zen­hal­le in Mer­ten geweiht und über­ge­ben wer­den. Mit den Wor­ten, dass die­se Stan­dar­te uns allen und unse­rem Bezirks­ver­band immer Glück und Freu­de schen­ken möge, wur­de sie an die Bru­der­schaft über­ge­ben, die das Bezirks­schüt­zen­fest durch­führt.

Auf dem Bezirkschüt­zen­fest 1982 nahm zum ers­ten Mal auch eine Dame, Irm­gard Probst, als Schüt­zen­kö­nig der Bador­fer Bru­der­schaft am Bezirks­kö­nig­schie­ßen des Bezirks­ver­ban­des Bund Vor­ge­bir­ge teil. Dies traf zu die­ser Zeit nicht bei allen Schüt­zen auf Ver­ständ­nis. Ihr Mann, Prinz­ge­mahl Die­ter Probst, muss­te auf Drän­gen der ande­ren Köni­gin­nen am Köni­gin­nen­po­kal teil­neh­men. Badorf war zu die­ser Zeit die ein­zi­ge Bru­der­schaft inner­halb des Bezirks­ver­ban­des die Frau­en mit glei­chen Rech­ten und Pflich­ten als Mit­glie­der auf­nahm.

1985 – Heribert Rech Ehrenbundesmeister

Im August 1985 rich­te­te die St. Seb.-Kunibertus-Schützenbruderschaft Heim­erz­heim den Diö­ze­san­jung­schüt­zen­tag aus. Nach jah­re­lan­ger Tätig­keit im Vor­stand baten der stell­ver­tre­ten­de Bun­des­meis­ter Heri­bert Rech (30 Jah­re), der Pro­to­koll­füh­rer Fritz Faß­ben­der ( ca. 25 Jah­re) und Kas­sie­rer Josef Win­ter­scheidt (ca. 20 Jah­re) auf der Bru­der­meis­ter­ver­samm­lung am 10. März 1987 um Ent­las­sung aus ihrem Amt. Heri­bert Rech erhielt den Titel des Ehren­bun­des­meis­ters. In sei­ner lang­jäh­ri­gen und vor­bild­li­chen Tätig­keit waren ihm bis ein­schließ­lich des Schul­ter­ban­des alle Aus­zeich­nun­gen ver­lie­hen wor­den. Josef Hart­mann ver­blieb als Bun­des­meis­ter im Amt; sein Stell­ver­tre­ter wur­de der ehe­ma­li­ge Bun­des­kö­nig Hans Schmitz aus Kar­dorf. Das Amt des Schrift­füh­rers über­nahm Her­mann Nol­den aus Heim­erz­heim; wei­te­re Vor­stands­pos­ten: Bezirks­kas­sie­rer Wil­helm Pütz aus Wal­dorf, Hans Cla­sen Bezirks­schieß­meis­ter und Peter Eus­kir­chen wur­de als Nach­fol­ger von Klaus Koe­nen zum Bezirks­jung­schüt­zen­meis­ter gewählt.

1987 – 60 Jahre Bezirksverband Bund Vorgebirge

Im August 1987 wur­de das 60-jäh­ri­ge Bestehen des Bezirks­ver­ban­des in der Rhein­hal­le in Her­sel began­gen. Lei­der been­de­te ein Unwet­ter die­sen Abend vor­zei­tig. Als Erin­ne­rungs­ga­ben wur­den gebrann­te Ton­krü­ge mit ent­spre­chen­der Auf­schrift ver­teilt.

Im April 1989 ernann­te Kar­di­nal Meis­ner Pater Bertram Groll, Pfar­rer aus Wal­ber­berg, zum neu­en Bezirks­prä­ses, nach­dem Pfar­rer Erwin Dede­richs nach ins­ge­samt 14 Jah­ren aus gesund­heit­li­chen Grün­den von sei­nem Amt ent­bun­den wur­de. Pater Bertram wur­de beim Bun­des­fest in Badorf im Mai 1989 fei­er­lich in sein Amt ein­ge­führt.

1990 – Neuwahlen

1990 stan­den wie­der Neu­wah­len des Bezirks­vor­stan­des an. Am 15. 5. wur­de Josef Hart­mann in Kar­dorf wie­der­ge­wählt; stv. Bezirks­bun­des­meis­ter wur­de Emil Loh­mer. Peter Eus­kir­chen wur­de neu­er Bezirks­schieß­meis­ter, Hein­rich Nol­den, Net­te­ko­ven, sein Stell­ver­tre­ter. In der Nach­fol­ge von Her­mann Nol­den, Heim­erz­heim, der aus gesund­heit­li­chen Grün­den aus dem Bezirks­vor­stand schied, über­nahm am 20. 2. 1992 Win­and Flohr, Rois­dorf, das Amt des Bezirks­schrift und Pro­to­koll­füh­rers.

Am 29. August 1993 rich­te­te die St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Wal­ber­berg das 29. Diö­ze­san­prin­zen- und das 20. Diö­ze­san­schü­ler­prin­zen­schie­ßen aus.
Win­and Flohr gab neue Impul­se zum Tref­fen der Kai­ser- und Königs­paa­re des Bezirks­ver­ban­des und die­se Ver­an­stal­tung wur­de im Novem­ber 1993 erst­mals unter sei­ner Lei­tung in einem erwei­ter­ten Rah­men im Rats­saal des Rat­hau­ses Born­heim durch­ge­führt.

1994 – Die neue Bezirkskönigskette

1994 beim Bezirks­schüt­zen­fest in Net­te­ko­ven –Impe­ko­ven erhielt erst­mals der Bezirks­kö­nig Hans-Peter Bochem die von Emil Loh­mer neu gestif­te­te Bezirks­kö­nigs­ket­te. Der mas­si­ve sil­ber­ne Adler der Ket­te mit dem Köl­ner Wap­pen auf der Brust ist Sinn­bild der Erz­diö­ze­se Köln. Die zu Füßen des Adlers grup­pier­ten Wap­pen aus Duis­dorf, Alf­ter, Born­heim, Swist­tal und Brühl bezie­hen sich auf die Hei­mat­ge­mein­den bzw. Hei­mat­or­te der 16 Bru­der­schaf­ten des Bezirks. Gefer­tigt wur­de die­se Ket­te von einem Köl­ner Gold­schmied.
Ein­ge­seg­net wur­de die­se neue Ket­te des Bezirks­kö­nigs von Pfar­rer Ben­no Lei­ver­kus anläss­lich des Bezirks­schüt­zen­fes­tes im dar­auf­fol­gen­den Jahr in Duis­dorf.

Auf der Tages­ord­nung zur Gene­ral­ver­samm­lung am 10. 5. 1995 im Schüt­zen­haus der St. Huber­tus-Schüt­zen­bru­der­schaft Duis­dorf stand unter dem Punkt 11. die Wahl des neu­en Bezirks­vor­stan­des. Vor dem Wahl­gang teil­te Josef Hart­mann mit, dass sowohl der Bezirks­kas­sie­rer Wil­li Pütz als auch der stell­ver­tre­ten­de Bezirks­schieß­meis­ter Hein­rich Nol­den für eine wei­te­re Wahl­pe­ri­ode nicht mehr zur Ver­fü­gung ste­hen. Unter der Wahl­lei­tung von Pater Bertram ver­blieb der bis­he­ri­ge Bezirks­bun­des­meis­ter Josef Hart­mann im Amt, sein Stell­ver­tre­ter wur­de Win­and Flohr, der sein bis­he­ri­ges Amt als Schrift- und Pro­to­koll­füh­rer bei­be­hielt. Der vor­he­ri­ge stell­ver­tre­ten­de Bezirks­bun­des­meis­ter Emil Loh­mer über­nahm das Amt des Bezirks­kas­sie­rers.

Am 13. 5. 1995 ver­starb nach lan­ger und schwe­rer Krank­heit Ehren­be­zirks­bun­des­meis­ter Heri­bert Rech aus Rois­dorf und er wur­de unter gro­ßer Anteil­nah­me der Bevöl­ke­rung und der Schüt­zen zu Gra­be getra­gen.

Aus gesund­heit­li­chen Grün­den trat der Pfar­rer von Wal­ber­berg, Pater Bertram Groll im glei­chen Jahr von sei­nem Amt als Bezirks­prä­ses zurück. Seit 1989 hat­te er die Geschi­cke des Bezirks als geist­li­ches Ober­haupt beglei­tet und war dem Bezirks­ver­band und den Bru­der­schaf­ten auf das herz­lichs­te ver­bun­den. Für sei­ne beson­de­ren Ver­diens­te wur­de er am 28.06.1996 in einer Fei­er­stun­de im Wal­ber­ber­ger Land­haus Wie­ler zum Ehren­prä­ses des Bezirks ernannt.

Der von Pater Bertram als Nach­fol­ger emp­foh­le­ne Pater Heinz-Josef Babiel vom Domi­ni­ka­ner­klos­ter Wal­ber­berg wur­de zum neu­en Bezirks­prä­ses gewählt. Pater Babiel, eben­falls ein guter Freund der Schüt­zen, ver­starb lei­der all­zu früh am 28. 12. 1999 im Alter von nur 52 Jah­ren. In sei­nem neu­en Wir­kungs­kreis in Klau­sen an der Mosel hat er am 4. 1. 2000 sei­ne letz­te Ruhe­stät­te gefun­den.

Nach­fol­ger von Pater Heinz-Josef Babiel, nach­dem die­ser am 25. 9. 1996 durch den Kar­di­nal von sei­nem Amt als Bezirks­prä­ses ent­pflich­tet wur­de, wur­de im April 1997 der Born­hei­mer Pfar­rer Gün­ter Tepe, der bis zu Ver­ab­schie­dung von Pater Bertram und Ein­füh­rung von Pater Heinz-Josef Babiel als neu­er Bezirks­prä­ses sei­ner Ver­set­zung als Sub­si­di­ar nach Bed­burg die­ses Amt aus­üb­te.

Im Jahre 1995 errang Ursula Hannemann von der St. Hubertus-Schützenbruderschaft Hersel beim Bezirksfest in Duisdorf erstmals den Titel einer Bezirkskönigin im Bezirksverband Bund Vorgebirge.

1997 – 70. Jahre Bezirksverband Bund Vorgebirge

Anläss­lich des Bezirks­fes­tes der St. Pan­ta­le­on Bru­der­schaft Badorf-Eck­dorf im Mai 1997, bei dem die Bru­der­schaft ihr 125-jähr­ges und der Bezirks­ver­band sein 70-jäh­ri­ges Jubi­lä­um beging, über­rasch­te uns der dama­li­ge Bezirks­kas­sie­rer Emil Loh­mer mit einer sehr wert­vol­len und gestick­ten von ihm gestif­te­ten Jugend­stan­dar­te, die seit­dem zusam­men mit der Bezirks­stan­dar­te mit­ge­führt wird.
Win­and Flohr ließ  es sich nicht neh­men, den Fest­abend in Mas­ke und Kos­tüm als Kur­fürst Cle­mens August mit­zu­fei­ern. Die­ser hat­te in sei­ner Resi­denz­stadt Brühl ins­ge­samt fünf­mal die Wür­de des Schüt­zen­kö­nigs inne.
Das Tref­fen der Kai­ser- und Königs­paa­re des Bezirks­ver­ban­des ist inzwi­schen ein fes­ter Bestand­teil im Schüt­zen­jahr gewor­den.
Im Herbst 1997 gab Win­and Flohr das Amt des Pro­to­koll­füh­rers an Gott­fried Schmitz aus Badorf ab.

Nicht nur die alte Bezirks­kö­nigs­ket­te, son­dern auch das Köni­gin­nen­dia­dem des Bezirks war lang­sam durch den jahr­zehn­te­lan­gen Gebrauch stark mit­ge­nom­men. Ein neu­es, vom Gold­schmie­de­meis­ter Elmar Reif­fert aus Rois­dorf gefer­tig­tes und von Annie Flohr gestif­te­tes Dia­dem, wel­ches das far­bi­ge Wap­pen des Bezirks­ver­ban­des ziert, wur­de von Mon­si­gno­re Erwin Dede­richs am 26. 4. 1998 anläss­lich des 49. Bezirks­schüt­zen­fes­tes in Wal­dorf ein­ge­seg­net.

2000 – Neuwahlen

Im Jah­re 2000 stan­den Neu­wah­len im Bezirks­vor­stand an. Josef Hart­mann woll­te nach fast einem Vier­tel­jahr­hun­dert in der Lei­tung des Bezirks aus Alters­grün­den für das Amt des Bezirks­bun­des­meis­ters nicht mehr kan­di­die­ren, son­dern die­ses Amt in jün­ge­re Hän­de über­ge­ben. Auf der Bru­der­meis­ter­ver­samm­lung am 14. 5. 2000 in Wal­ber­berg hielt er einen Rück­blick auf sei­ne lang­jäh­ri­ge Amts­zeit im Bezirk und im Diö­ze­san­vor­stand Köln als dienst­äl­tes­ter Stell­ver­tre­ter des Diö­ze­san­bun­des­meis­ters. Als Nach­fol­ger schlug er dann sei­nen bis­he­ri­gen Stell­ver­tre­ter Win­and Flohr von St. Seb. Rois­dorf vor.
Win­and Flohr wur­de von der Ver­samm­lung ein­stim­mig zum neu­en Bezirks­bun­des­meis­ter gewählt. Stell­ver­tre­ter wur­de Gott­fried Schmitz aus Badorf.
Beim Bezirks­fest in Wal­ber­berg im Mai 2000 wur­de Josef Hart­mann in wür­di­gem Rah­men für sei­ne lang­jäh­ri­gen Ver­diens­te und sei­ne fast 25-jäh­ri­ge Lei­tung des Bezirks­ver­ban­des der Titel des Ehren­bun­des­meis­ters ver­lie­hen.
Der ehe­ma­li­ge Bru­der­meis­ter der St. Huber­tus-Schüt­zen­bru­der­schaft Her­sel, lang­jäh­ri­ges Vor­stands­mit­glied des Bezirks­ver­ban­des Bund Vor­ge­bir­ge, För­de­rer des Bezirks und vie­ler Bru­der­schaf­ten, Emil Loh­mer, wur­de zum Ehren­mit­glied ernannt.

Beim 52. Bezirks­schüt­zen­fest in Her­sel wur­de der Nach­fol­ger von Pfar­rer Tepe, unser neu­er Bezirks­prä­ses Rai­nald M. Ollig, Pfar­rer von Alf­ter und Prä­ses der dor­ti­gen Schüt­zen, von Diö­ze­san­prä­ses Rein­hold Stein­rö­der, der ihm die Ernen­nungs­ur­kun­de des Kar­di­nals über­reich­te, am 28. 4. 2002 in sein neu­es Amt ein­ge­führt.

Am 17. April die­ses Jah­res ver­starb plötz­lich und auch heu­te noch für uns alle unfass­bar durch einen tra­gi­schen Unfall unser Ehren­be­zirks­bun­des­meis­ter, Josef Hart­mann, weni­ge Tage vor sei­nem 75. Geburts­tag. Am 24. 4. 2002 wur­de er unter sehr gro­ßer Anteil­nah­me der Schüt­zen aus Bezirk, Diö­ze­se und Bund in Heim­erz­heim zur Ruhe gebet­tet. Der Trau­er­got­tes­dienst in der Pfarr­kir­che St.Kunibert in Heim­erz­heim wur­de u.a. von Bezirks­prä­ses Rai­nald M. Ollig und dem Diö­ze­san­prä­ses Rein­hold Stein­rö­der mit­ze­le­briert.

Eben­falls ver­starb im Jah­re 2002 nach lan­ger Krank­heit am 11. Juli der lang­jäh­ri­ge Prä­ses der St. Huber­tus-Schüt­zen Wal­dorf und St. Sebas­tia­nus Schüt­zen Kar­dorf sowie Ehren­prä­ses des Bezirks­ver­ban­des, Mon­si­gno­re Erwin Dede­richs. Sei­nen letz­ten Weg am 18. 7. 2002 beglei­te­ten vie­le Schüt­zen aus fast allen Bru­der­schaf­ten des Bezirks.

In der Herbst­ver­samm­lung 2013 und der Früh­jahrs­ver­samm­lung 2014 konn­te kein Aus­rich­ter für das Bezirks­schüt­zen­fest 2016 gefun­den wer­den. Auf Vor­schlag des Stv. Bezirks­bun­des­meis­ters Gott­fried Schmitz wur­de für Mai 2014 eine Son­der­sit­zung nur mit den Bru­der­meis­tern abge­hal­ten. In die­ser Ver­samm­lung ging es nur dar­um wie in Zukunft das Bezirks­schüt­zen­fest aus­se­hen soll. Nach eini­gen Dis­kus­sio­nen kam man zu der Über­ein­kunft, dass die aus­rich­ten­de ent­schei­den kann, ob sie das Fest an einem Tag ohne einen Fest­abend oder an zwei Tagen mit Fest­abend durch­füh­ren will. Es wur­de jedoch auch fest­ge­legt, das die Wett­be­wer­be Bezirks­kö­nigs-. Bezirks­lie­sel­schie­ßen sowie die drei Ket­ten­wett­be­wer­be an die­sem Tag durch­ge­führt wer­den müs­sen. Auch wur­de den Bru­der­schaf­ten frei­ge­stellt, ob sie den Fest­zug im Anschluß an die Mes­se oder erst am Nach­mit­tag durch­füh­ren. Mit die­sen Vor­schlä­gen ging man dann aus­ein­an­der mit der Bit­te, dies in den Bru­der­schaf­ten zu dis­ku­tie­ren und sich dann even­tu­ell für das Bezirks­fest 2016 zu mel­den. Glück­li­cher­wei­se mel­de­te sich dann Hem­me­rich für das Bezirks­fest 2016.

2015 – Neuwahlen

Bei den Neu­wah­len 2015 ging eine Ära zu Ende; vie­le lang­jäh­ri­ge Mit­glie­der des Bezirks­vor­stan­des (Win­and Flohr, Anni Flohr, Emil Loh­mer, Heinz-Josef Münch, Peter Werker, Mari­an­ne Emme­rich) kan­di­dier­ten nicht mehr, sodass es einen gro­ßen Umbruch im Vor­stand gab. Neu­er Bezirks­bun­des­meis­ter wur­de der bis­he­ri­ge Stell­ver­tre­ter Gott­fried Schmitz; ein Stell­ver­tre­ter konn­te nicht gefun­den wer­den. Schrift und Pro­to­koll­füh­rer wur­de Vera John, Stv. Ralf Lau­fen­berg, Kas­sie­rer wur­de Cor­ne­lia Thie­len, Stv. Kas­sie­rer Nico­le Klick, Jung­schüt­zen­meis­ter Ulri­ke Werker, stv. Nico­le Klick.

Beim Bezirks­chieß­meis­ter war es etwas pro­ble­ma­tisch. Der bis­he­ri­ge Bezirks­schieß­meis­ter Wil­li Schee­ben woll­te auch nicht mehr wei­ter­ma­chen, da er in der Zwi­schen­zeit Bru­der­meis­ter in Net­te­ko­ven war. Sein Stell­ver­tre­ter, Peter Werker, hör­te aus Krank­heits­grün­den auf. Auf der Schieß­meis­ter­ver­samm­lung fand sich jedoch kein neu­er, sodass Wil­li Schee­ben sich dazu ent­schied noch ein­mal für 2 Jah­re das Amt zu über­neh­men um einen neu­en Schieß­meis­ter ein­zu­ar­bei­ten. Zu Stell­ver­tre­ter wur­de Josef Mül­ler von den Schieß­meis­tern vor­ge­schla­gen. Wei­ter kam noch ein zwei­ter Stell­ver­tre­ter, Anne­ma­rie Muhr hin­zu, um die Arbeit auf meh­re­re Schul­tern zu ver­tei­len. Die drei wur­den auch von der Bru­der­meis­ter­ver­samm­lung so gewählt.

Auf dem Bezirkschüt­zen­fest 2015 in Heim­erz­heim wur­de Win­and Flohr von sei­nem Nach­fol­ger zum Ehren­be­zirks­bun­des­meis­ter ernannt. Gott­fried Schmitz über­reich­te Ihm die Urkun­de und dank­te auch den ande­ren aus­ge­schie­de­nen Mit­glie­dern für ihre jah­re­lan­ge auf­op­fe­rungs­vol­le Arbeit im Bezirks­vor­stand.

Seit dem Jahr 1927 hat der Bezirks­ver­band eine wech­sel­vol­le Geschich­te erfah­ren. Damals und heu­te ist Zweck des Zusam­men­schlus­ses die Pfle­ge der Kame­rad­schaft, der Tra­di­ti­on und des Schieß­sports sowie das gemein­sa­me Bekennt­nis des christ­li­chen Glau­bens. Mit der Zeit hat sich jedoch das äuße­re Erschei­nungs­bild der Mit­glieds­bru­der­schaf­ten gewan­delt. Wäh­rend in frü­he­ren Zei­ten die Schüt­zen­bru­der­schaf­ten eine rei­ne Män­ner­do­mä­ne waren und eine Mit­glied­schaft nur den „Her­ren der Schöp­fung” vor­be­hal­ten war, sind heu­te die Mit­glied­schaft und die Mit­ar­beit der Damen und auch die sehr kom­pe­ten­te Mit­ar­beit unse­rer Schüt­zen­schwes­tern in den Vor­stän­den der Bru­der­schaf­ten und des Bezirks nicht mehr fort­zu­den­ken. Auch wäre ohne die ver­ständ­nis­vol­le akti­ve Mit­ar­beit und Unter­stüt­zung der Ehe­frau­en (oft­mals noch nicht ein­mal Mit­glied einer Bru­der­schaft, bzw. der eige­nen Bru­der­schaft) vie­les nicht mach­bar.

Damals stan­den die Bru­der­schaf­ten auch nur männ­li­chen „Jugend­li­chen“ ab dem 18. oder dem 21. Lebens­jahr offen. Heut­zu­ta­ge ist die akti­ve Mit­glied­schaft von Kin­dern und Jugend­li­chen (Jun­gen und Mäd­chen) eine Selbst­ver­ständ­lich­keit. Inso­weit kann man die Fest­stel­lung tref­fen, dass vie­le Bru­der­schaf­ten in der heu­ti­gen Zeit ein Ange­bot für die gesam­te Fami­lie bie­ten und die­ses Ange­bot wird ger­ne und immer öfter ange­nom­men. Im schieß­sport­li­chen Bereich sind die Bru­der­schaf­ten des Bezirks­ver­ban­des Bund Vor­ge­bir­ge nicht nur bei den Wett­kämp­fen des Bun­des der Deut­schen His­to­ri­schen Schüt­zen­bru­der­schaf­ten, son­dern auch bei den Wett­be­wer­ben des Rhei­ni­schen Schüt­zen­bun­des und somit auch im Deut­schen Sport­bund ver­tre­ten und kön­nen in bei­den Spit­zen­ver­bän­den auf her­vor­ra­gen­de Leis­tun­gen zurück­bli­cken.

Namen, wie Josef Fou­ra­te, Mer­ten, Johan­nes van de Sandt, Busch­ho­ven, Hans Cla­sen, Brenig, Peter Eus­kir­chen, Her­sel und Wil­li Schee­ben, Net­te­ko­ven, sind mit dem nahe­zu fast 50 Jah­re andau­ern­den Sport­schie­ßen im Bezirks­ver­band untrenn­bar ver­bun­den. Peter Eus­kir­chen leg­te im März 2002 das Amt des Bezirks­schieß­meis­ters nach 12 Jah­ren aus Gesund­heits­grün­den nie­der. Nach­fol­ger wur­de sein Stell­ver­tre­ter, Wil­li Schee­ben, von der St. Huber­tus Schüt­zen­bru­der­schaft Net­te­ko­ven-Impe­ko­ven.

Ins­be­son­de­re ab den 70er Jah­ren sind mit z.T. erheb­li­cher finan­zi­el­ler und per­so­nel­ler Hil­fe­stel­lung der Kom­mu­nen (und hier ist ganz beson­ders die Stadt Born­heim her­vor­zu­he­ben) sowie mit Finanz­hil­fen des Rhein Sieg-Krei­ses, des Lan­des Nord­rhein-West­fa­len und des Lan­des­sport­bun­des NW im Bezirk vie­le schö­ne und zweck­mä­ßi­ge Ver­eins- und Schieß­sport­an­la­gen ent­stan­den, die den Mit­glie­dern der Bru­der­schaf­ten im Ver­eins­be­reich – und oft auch dar­über hin­aus – ein Zuhau­se bie­ten und den unein­ge­schränk­ten Sport­be­trieb sowie die Durch­füh­rung der Tra­di­ti­ons­ver­an­stal­tun­gen gewähr­leis­ten. In Aner­ken­nung und Wür­di­gung der För­de­rung auf kom­mu­na­ler Ebe­ne und sei­ner per­sön­li­chen Ver­diens­te erhielt der Bür­ger­meis­ter der Stadt Born­heim, Herr Wil­fried Hen­se­ler, anläss­lich des 75jährigen Jubi­lä­ums der St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Kar­dorf im Jah­re 1996 nicht nur den grü­nen Schüt­zen­rock mit­samt Sil­ber­nem Ver­dienst­kreuz, son­dern ihm wur­de eben­falls die Ehren­mit­glied­schaft im Bezirks­ver­band zuteil.

Ohne die ent­spre­chen­de Eigen­leis­tung der Bru­der­schal­ten, ver­bun­den mit dem tat­kräf­ti­gen Ein­satz unse­rer Schüt­zen­schwes­tern und Schüt­zen­brü­der, auch der „Nur“-Ehefrauen (erwähnt sei hier stell­ver­tre­tend die Gat­tin unse­res Schüt­zen­ori­gi­nals „Deckers Jupp“ aus Her­sel, Frau Mar­tha Decker, die sich nicht zu scha­de war, gemein­sam mit ihrem „Lie­ben“ in gekonn­ter Wei­se die Böden der dor­ti­gen Schüt­zen­hal­le zu plat­ten) wäre die Rea­li­sa­ti­on die­ser Ein­rich­tun­gen auch bei noch so guter finan­zi­el­ler Unter­stüt­zung nicht mach­bar gewe­sen. Die­se her­vor­ra­gend aus­ge­stat­te­ten Anla­gen bie­ten jedoch nicht nur ganz aus­ge­zeich­ne­te Mög­lich­kei­ten für die Aus­übung des Schieß­sports und das gesell­schaft­li­che Leben der Bru­der­schaf­ten, son­dern sie erfor­dern auch ein gro­ßes Enga­ge­ment und den viel­fäl­ti­gen Ein­satz der Mit­glie­der im Bereich der Gebäu­de­un­ter­hal­tung.

Anfang 2002 wur­de auch die neue Sat­zung des Bezirks­ver­ban­des beschlos­sen. Nach der abschlie­ßen­den Zustim­mung des Bun­des erfolg­te eben­falls die Ein­tra­gung in das Ver­eins­re­gis­ter und die Aner­ken­nung der Gemein­nüt­zig­keit. Damit wur­de auch der Bezirks­ver­band auf eine gesun­de Ebe­ne gestellt.

Ver­ständ­nis, Freund­schaft,
Zusam­men­halt und Gott­ver­trau­en
sind die Grund­la­ge unse­rer Gemein­schaft
auf dem Weg in die Zukunft.